Konferenz – Faust
Elder James E. Faust vom Kollegium der Zwölf Apostel
Der Stern Oktober 1984
Ich heiße alle neuen Generalautoritäten willkommen. Ich freue mich sehr darüber, daß Elder Oaks und Elder Nelson in den Rat der Zwölf Apostel berufen worden sind. Bruder Nelson hat mein Herz tiefer angerührt als irgend jemand sonst. Er hat mein Herz in seinen Händen gehalten, hineingeschnitten und acht künstliche Venen gelegt. Er und der Herr haben mir im wahrsten Sinne des Wortes ein neues Herz geschenkt. Und dieses Herz ist voller Liebe für ihn und für Bruder Oaks und für Sie alle.
Vor vielen Jahren besichtigte ich zum ersten Mal das Waldgebiet in der außerordentlich schönen Umgebung von Palmyra. Dieses Gebiet ist den Heiligen der Letzten Tage als der „Heilige Hain” bekannt. Als ich dort war, umschwärmten Bienen die wildwachsenden Blumen, und ein sanfter Wind ließ die Blätter der Baumriesen leise rascheln. Hier herrschen völliger Friede und Ruhe. Ich dachte an das ehrfurchtsgebietende Erlebnis zurück, das Joseph Smith zuteil wurde, als er Gott den Vater und seinen Sohn Jesus Christus im Frühjahr des Jahres 1820 sah.
Im Leben von Joseph Smith hat es keinen herrlicheren, umstritteneren und wichtigeren Augenblick gegeben als diese Vision. Sie ist nach der Auferstehung das wahrscheinlich außergewöhnlichste Ereignis auf der Welt. Wer nicht daran glaubt, hat dennoch Schwierigkeiten, es wegzuerklären. Es ist nämlich seitdem zu viel geschehen, um leugnen zu können, daß es jemals stattgefunden hat. Einige Jahre nach dem Ereignis und immer noch unter dem Eindruck dieses Erlebnisses hat Joseph Smith gesagt: „Wenn ich das, was ich erlebt habe, nie erlebt hätte, dann hätte ich es nie von allein gewußt.” (Millenial Star, Nov. 1844, Seite 93.)
Als Joseph Smith vierzehn Jahre alt war, wohnte seine Familie bei Palmyra im Bundesstaat New York. Im Frühjahr 1820 wurde Joseph Smith wie viele andere von der religiösen Erregung, die damals herrschte, angesteckt. Er wollte selbst die Wahrheit finden. Durch das, was er im Jakobusbrief gelesen hatte, angespornt, ging er in den wunderschönen Wald in der Nähe seines Hauses, kniete nieder und betete allein und inbrünstig. Zuerst wurde er von einer Gewalt gepackt, nämlich „der Gewalt eines wirklichen Wesens aus der Welt des Unsichtbaren.” (Joseph Smith, Lebensgeschichte 1:16) Er strengte alle Kräfte an, um sich zu befreien, und rief Gott an, ihn von dieser fürchterlichen, bösen Macht zu befreien. Er schildert dieses Ereignis folgendermaßen:
„Eben in diesem Augenblick höchster Angst sah ich gerade über meinem Haupt eine Säule aus Licht, heller als die Sonne, allmählich herabkommen, bis es auf mich fiel.
Kaum war es erschienen, da fühlte ich mich auch schon von dem Feind befreit, der mich gebunden gehalten hatte. Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Gestalten von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!” (Joseph Smith, Lebensgeschichte 1:16-17)
Der Vater und der Sohn sagten Joseph Smith, daß die ganze Wahrheit nicht auf der Erde sei und daß er sich keiner Religionsgemeinschaft jener Zeit anschließen solle. Außerdem sagten sie ihm noch vieles andere von großer Wichtigkeit, was aber nicht niedergeschrieben wurde.
Joseph Smith erzählt weiter: „Er sagte mir noch vieles andere, was ich zu dieser Zeit nicht niederschreiben kann.” (Joseph Smith, Lebensgeschichte 1:20) Joseph Smith war ganz offensichtlich von dem Ereignis und den Anweisungen, die er erhielt, überwältigt.
Er berichtete anderen Menschen außerhalb der Familie recht bald von diesem wunderbaren Ereignis, erntete aber nur Spott, Verachtung und sogar Haß. Seine Mutter Lucy Mack Smith erzählt über die Zeit nach der Ersten Vision folgendes: „Vom Zeitpunkt der Vision an bis zum 21. September 1823 arbeitete Joseph wie vorher mit seinem Vater, und während d