Märtyrertod in Carthage

Der Stadtrat von Nauvoo genehmigte die Zerstörung der Druckerpresse, die Lügen über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gedruckt hat. Das ließ Nicht-Mormonen sehr böse werden, und es folgte ein Krawall. Am 24. Juni 1844 wurden alle sechszehn Mitglieder des Nauvoo-Stadtrates verhaftet wegen Anstiftung zum Krawall. Am nächsten Tag wurden sie alle wieder freigelassen außer Joseph Smith und Hyrum Smith, die unter falschen Anschuldigungen wegen Hochverrats festgehalten wurden. John Taylor und Willard Richards blieben bei Joseph und Hyrum obwohl sie freigelassen wurden. Der Gouverneur versprach den Männern, sie zu schützen, wenn sie sich in die Verhaftung fügen würden. Joseph Smith spürte, dass er in Carthage nicht sicher war und machte mit Hyrum Pläne, Nauvoo zu verlassen. Emma bat ihn, nach Nauvoo zurückzukehren, weil man ihn einen Feigling nannte. Joseph und Hyrum kehrten zurück und ritten nach Carthage um sich zu stellen. Währen Joseph i Carthage war, wurde er sehr oft bedroht.

Am Morgen des 27. Juni 1844 schrieb Joseph, während er im Gefängnis saß, an Emma einen Brief: „Ich bin über mein Geschick sehr resigniert, zumal ich weiß, dass ich gerechtfertigt bin und mein Bestes getan habe. Gibt den Kindern und all meinen Freunden meine Liebe. Möge Gott euch alle segnen.” An jenem Tag erlaubte der Gefängniswärter den Männern, im oberen Schlafzimmer zu bleiben anstatt im Gefängnis, weil er es ihnen dort etwas behaglicher zumute ist. .

Am Nachmittag fühlten siech die vier Männer, Joseph, Hyrum, John Taylor und Willard Richards; im Gefängnis niedergeschlagen. Sie baten John Taylor ein Lied zu singen, nämlich: „Ein armer Wandrer reich an Qual”.

Gerade als die Männer das Lied beendet hatten, etwas nach 5:00 Uhr, kam ein Mob von 100 Mann, die sich ihre Gesichter geschwärzt hatten, um sich unkenntlich zu machen auf das Gefängnis zu. Sie stürmten das Gefängnis, die vier Männer versuchten, ihnen den Einlass zu versperren, indem sie die verbarrikadierten. Doch das Gesindel begann durch die Tür zu schießen. Hyrum wurde durch die Tür erschossen. Es traf ihn an der linken Seite des Gesichts. Er fiel zurück und rief aus: „Ich bin ein toter Mann. Joseph lehnte sich sorgenvoll über Hyrum und sagte: „O, lieber Bruder Hyrum!” Er feuerte auf den Mob drei Schüsse durch die Tür .Nach diesen Schüssen, vielleicht in dem Bestreben, den Mob von den anderen Männern abzulenken, wendete sich Joseph zum Fenster. Er wurde zweimal von hinten getroffen und einmal in die Brust, als jemand von draußen in das Fenster schoss, und wurde getötet. Er fiel durch das Fenster. John Taylor versuchte durch das Fenster zu entkommen, doch er wurde getroffen. Ein anderer Schuss traf seine Taschenuhr, ein weiterer sein Handgelenk, noch ein Schuss traf sein linkes Knie und noch einer seine linke Hüfte. Willard Richards bekam zum Glück nur einen kleinen Kratzer am Ohr.

Das Gesindel rannte hinaus, um sicherzustellen, dass Joseph tot war, und während sie weg waren, versteckte Willard Richards John Taylor, der noch am Leben war, denn er erwartete, dass das Gesindel zurückkehren würde, doch sie kamen nicht mehr. Der Bruder des Propheten Joseph Smith’s Samuel hatte von diesen Anschlägen auf Josephs Leben gehört und war auf dem Weg nach Carthage. Er kam am selben Abend dort an, und war derjenige, der nach Nauvoo schrieb und den Heiligen erzählte, dass ihr Prophet und sein Bruder Hyrum tot sind. Samuels Ritt nach Carthage war hart und schnell, weil auch er von Gesindel verfolgt und bedroht wurde. Kurze Zeit später starb Samuel an den Folgen von den Verletzungen, die er sich am 27 Juni zugezogen hatte. Deshalb wird er oft als der dritte Märtyrer bezeichnet.

Das Carthage-Gefängnis wurde 25 Jahre lang als Gefängnis benutzt und dann zu einem Privathaus umgebaut. 1903 kaufte die Kirche Jesu Christi das Gebäude und das Anwesen fürr $4,000. Joseph F. Smith war Präsident zu der Zeit, als es gekauft wurde. Das Gebäude wurde restauriert und ist für öffentliche Rundgänge geöffnet.

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