Gott wird niemals aufhören zu sprechen

Mormonen glauben an fortlaufende Offenbarung

Mormonen glauben an die Notwendigkeit einer beständigen Kommunikation mit Gott, die als göttliche Offenbarumg bekannt ist.

Dieser Grundsatz ist die Basis unseres Glaubens. Präsident Wilford Woodruff erklärte: „Wann auch immer Gott auf der Erde ein Volk hat, das er als seines anerkennt, wird dieses Volk durch Offenbarung geleitet. (The Discourses of Wilford Woodruff, sel. G. Homer Durham [1946], 138). Wir bestätigen gleich am Anfang, dass allen Menschen, die sich würdig um den Heiligen Geist bemühen, von Gott Inspiration zuteil werden kann. Das gilt vor allem für diejenigen, die die Gabe des Heiligen Geistes empfangen haben. [1]

Der neunte Glaubensartikel erklärt dazu folgendes: „Wir glauben alles, was Gott offenbart hat, und alles, was er jetzt offenbart; und wir glauben, dass er noch viel Großes und Wichtiges offenbaren wird, was das Reich Gottes betrifft.” Und so glauben Mormonen an einen offenen Kanon heiliger Schriften, und erlauben Dem Herrn in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft durch Seine Propheten zu sprechen. Wenn Propheten sprechen, werden ihre Worte aufgezeichnet. Auf diese Weise fügt die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage der Bibel, das Buch Mormon – ein weiterer Zeuge für Jesus Christus, hinzu, ebenso Lehre und Bündnisse (besteht größtenteils aus den Offenbarungen an Joseph Smith) und die Köstliche Perle (Offenbarungen von Moses und Abraham). Mormonen erwarten, dass wenn die „zehn verlorenen Stämme” zurückkehren, sie ihre eigenen Schriften mitbringen werden, um sie den Hauptteil der kanonisierten Werke hinzuzufügen, und dass andere Schriften, die vom Herrn verborgen wurden, in den letzten Tagen hervorkommen werden, wenn die Menschen würdig sind, sie zu empfangen. Diese Schriften sind im Buch Mormon erwähnt worden und durch Offenbarung neuzeitlicher Propheten. Es werden die Schriften von Johannes dem Täufer dabeisein, von Joseph, der nach Ägypten verkauft wurde, und von einem alten Propheten, der im Buch Mormon „der Bruder Jareds” genannt wird.

Eines der Argumente das oft benutzt wird, um einen geschlossenen Kanon zu verteidigen, ist die Schriftstelle im Neuen Testament, Off 22:18: „Ich bezeuge jedem, der die prophetischen Worte dieses Buches hört: Wer etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.” Doch gibt es unter nahezu allen Bibelgelehrten inzwischen eine überwältigende Übereinstimmung darüber, dass sich dieser Vers allein auf die Offenbarung bezieht, nicht auf die ganze Bibel. Diese Gelehrte unserer Tage erkennen eine Anzahl von Büchern des Neuen Testaments, die mit großer Wahrscheinlichkeit geschrieben wurden nachdem Johannes die Offenbarung auf der Insel Patmos erhalten hatte. Dazu zählen die Bücher Judas, die drei Briefe des Johannes und wahrscheinlich auch das Evangelium des Johannes selbst. Vielleicht noch mehr.

Doch gibt es eine einfachere Antwort, warum diese Schriftstelle im letzten Buch des Neuen Testamentes sich nicht auf die ganze Bibel beziehen kann. Die gesamte Bibel, wie wir sie kennen – eine Sammlung von Texten in einem einzigen Buch gebunden -, existierte noch gar nicht, als dieser Vers geschrieben wurde. Jahrhundertelang nachdem Johannes seine Schriften erstellt hatte, waren die einzelnen Bücher des Neuen Testaments im Umlauf, vielleicht zusammen mit ein paar anderen Texten, doch fast niemals als komplette Sammlung. Von der gesamten Sammlung von 5366 griechischen Texten des Neuen Testamentes, enthält das ganze Neue Testament, wie wir es kennen nur 35 und 34 davon wurden erst nach 1000 n. Chr. erstellt.

Ein protestantischer Gelehrter hat die irrige Lehre eines geschlossenen Bibelkanons treffend hinterfragt: Er schreibt: „Aus welchem biblischen oder historischen Grund wurde die Inspiration Gottes auf die geschriebenen Dokumente beschränkt, die die Kirche heute die Bibel nennt? … Wenn der Geist nur die geschriebenen Dokumente des ersten Jahrhunderts inspirierte, bedeutet das, dass derselbe Geist heute in der Kirche nicht über bedeutsame Angelegenheiten spricht?” Wir stellen demütig die gleichen Fragen.

Einer der großen Absichten von fortlaufender Offenbarung durch lebende Propheten ist es, der Welt durch zusätzliche Zeugen zu erklären, dass die Bibel wahr ist. „Dies ist geschrieben,” sagte ein alter Prophet über das Buch Mormon „zu dem Zweck, dass du daran (an die Bibel) glauben mögest.” In einer der frühesten Offenbarungen an Joseph Smith sagte Der Herr: „Siehe, ich bringe das Buch Mormon nicht hervor, um die Bibel zu zerstören, sondern um sie zu bestätigen.”

In diesem Sinne antworten Joseph Smith und seine prophetischen Nachfolger die Herausforderung, vor die Ralph Waldo Emerson die Studenten der Harvard Divinity School vor 170 Jahren gestellt hat. Diese Gruppe der besten und klügsten Protestanten forderte der große Weise von Concord inständig auf, zu lehren, „dass Gott ist, nicht war, dass er spricht, nicht sprach.”[2]

In der Köstlichen Perle wird berichtet, wie Der Herr zu Moses spricht: „meine Werke sind ohne Ende wie auch meine Worte, denn sie hören nie auf.” (Moses 1:4).

Spencer W. Kimball, der 12. Präsident und Prophet der Kirche, erklärte, dass die Kirche fortwährend durch Offenbarung geleitet wird.

„Wir bezeugen der Welt auch, dass weiterhin Offenbarungen gewährt werden und dass die Gewölbe und Akten der Kirche diese Offenbarungen enthalten, die Monat für Monat und Tag für Tag kommen. Ferne legen wir davon Zeugnis ab, dass es seit 1830, als die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gegründet wurde, einen Propheten gibt und so lange geben wird, wie die Zeit währt – einen Propheten, der von Gott und von seinem Volk anerkannt ist und der den Willen des Herrn stets kundtun wird.…

„Wer etwas Spektakuläres erwartet, ist sich vielleicht nicht voll bewusst, dass die Kirche in unserer Zeit ständig Offenbarungen erhält. Ich erkläre sehr demütig, aber auch mit einem brennendem Zeugnis im Herzen, dass die Nachfolge vom Propheten der Wiederherstellungszeit an bis zum jetzigen Propheten nicht unterbrochen worden ist, dass kein Glied in der Kette der Vollmacht fehlt und dass diese Vollmacht strahlend leuchtend noch immer alles durchdringt. Der Klang der Stimme des Herrn ist einer ständigen Melodie, aber auch einer gewaltigen Mahnung gleich. Seit fast eineinhalb Jahrhunderten gibt es darin keine Unterbrechung.” [3]

Prophet Joseph F. Smith bezeugte –

Heilige der Letzten Tage …geben der Welt davon Zeugnis, dass Gott lebt und den Menschen Seinen Willen offenbart, die an Ihn glauben, und die Seine Gebote halten, in unseren Tagen ebenso wie zu irgend einer anderen Zeit der Geschichte der Nationen. Der Schriftenkanon ist nicht geschlossen. Gott hat niemals offenbart, dass er niemals mehr zu den Menschen sprechen würde. Wenn es uns erlaubt ist, daran zu glauben, dass er gesprochen hat, müssen wir auch daran glauben, dass er fortfährt zu sprechen, denn Er ist unwandelbar.…

Was anderes ist Offenbarung, wenn nicht die Freigabe neuer Wahrheiten durch Ihn, der die Quelle aller Wahrheit ist? Zu behaupten, wir brauchen keine neuen Offenbarungen mehr, bedeutet zu sagen, wir brauchen keine neuen Wahrheiten – eine lächerliche Aussage. Ebenso könnten wir sagen, dass die Offenbarungen, die Abraham erhalten hat, ausreichend für alle Propheten wären, dass die Offenbarungen, die Enoch erhalten hat, ausreichend wäre für Noah, dessen Mission es war, eine Arche zu bauen und Umkehr zu predigen, oder dass die Worte, die zu Mose gesprochen wurden, ausreichend wären für alle Zeiten, oder das was Abraham erhalten hat, wäre ausreichend für seine Kinder durch alle Zeiten. Nein, so nicht. Dennoch war Abraham mit großen Verheißungen begünstigt, das Wort Gottes wurde von seinem Sohn Isaac nicht angezweifelt. Auch nicht von seinem Enkel Jakob. Warum nicht? Weil sie ihre Mission nicht hätten erfüllen können allein durch die Worte Gottes an ihre Väter und anderer. Und wie hätte der Vater der Gläubigen sein Werk durchführen können mit den Anweisungen, die Noah erhalten hatte? Of what personal use were the revelations of prior patriarchs and prophets to Balaam or to Paul? It is true, they were of use as historical truths or lessons, but not sufficient for them individually.

So we moderns stand in need, oh so greatly! of constant revelation, that we individually may fill our missions acceptably to our Father, and that we may the better work out our own salvation; and also that we may know the will of God concerning his Church, his people, and his purposes in regard to the nations. These are a few of the thousand needs that exist for revelation. [4]

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Video: Mormons Believe God Speaks

Notes:

1. James E. Faust, “Continuing Revelation,” Ensign, Aug 1996,

2. Jeffrey R. Holland, “‘My Words … Never Cease’,” Ensign, May 2008, 91–94.

3. Conference Report, Apr. 1977, 115; or Ensign, May 1977, 78.

4. “Editor’s Table: Modern Revelation,” Improvement Era, Aug. 1902, 805–7; paragraphing added.

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